How to Ehegelübde
Teil 4: Dos & Don’ts beim Ehegelübde schreiben
Wirkliche Regeln beim Schreiben deines Ehegelübdes existieren nicht. Die einzige Regel lautet: Höre auf dein Herz und schreibe aus deinem Bauch heraus. Doch es gibt Dinge, an denen man sich orientieren kann: Da wäre der klassische Aufbau für ein Ehegelübde. Oder die verschiedenen Möglichkeiten, in dein Versprechen zu starten. Und es gibt – und darum dreht es sich in diesem Beitrag – Dos & Don’ts beim Ehegelübde schreiben.
Dos beim Schreiben deines Ehegelübdes
Erlaubt ist, was sich gut und richtig anfühlt. Wenn du dich aber fragst, ob es ein paar „ungeschriebene Gesetze“ für dein Ehegelübde gibt: Ja – und daran darfst du dich sehr gerne orientieren.
1. Ehegelübde entspannt und mit Muße schreiben
- Im best Case schreibst du dein Ehegelübde in einer ganz entspannten Atmosphäre und Stimmung.
- Suche dir für deine Schreibphasen Momente, in denen du keine anderen To Dos, den Kopf frei hast und dich voll auf das Schreiben konzentrieren kannst.
- Idealerweise stellst du dir dafür Termine in deinen Kalender, an denen du wirklich nichts anderes vorhast und du sicher bist, dass du nicht gestört wirst.
- Jeder kennt es: Du gehst spazieren, machst den Abwasch oder hörst einen Song – und auf einmal schießen dir Gedanken in den Kopf, die du in dein Gelübde integrieren möchtest. Und wir kennen es auch: Oft gehen diese Gedanken einfach wieder verloren. Schreibe dir also diese Gedanken immer sofort in deine Handynotizen oder auf einen Notizblock, den du dafür immer dabei hast.
- Stresse dich nicht bei schreibblockaden. Die sind ganz normal. (ich spreche aus erfahrung.) Widme dich anderen themen und versuche es zu einem späteren Zeitpunkt.
2. Früh genug mit dem Ehegelübde anfangen
- In den meisten Fällen braucht ein Ehegelübde Zeit. Es schreibst sich selten zwischen Tür und Angel innerhalb von ein paar Minuten. Plane also genug Zeit ein und fange früh genug an.
- Schreibpausen helfen dir beim Formulieren. Das klassische „eine Nacht darüber schlafen“ kann bei Schreibblockaden Wunder bewirken. Wenn du aber zu wenig Zeit einplanst, sind oft keine Pausen oder eben Nächte mehr drin.
- Oft ist es so, dass einem nicht sofort alle Gedanken in den Sinn kommen, die man später ins Gelübde schreibt. Häufig fallen einem zwischendurch in den absurdesten Situationen Punkte ein, die unbedingt in die Rede müssen. Wenn du mehrere Schreibphasen einplanst, kannst du dir sicherer sein, bei deiner freien Trauung alles zu Papier gebracht zu haben, was du deinem Menschen sagen möchtest.
3. Vom Groben zum Feinen arbeiten
- Dein Anspruch sollte es nicht sein, sofort das finale Ehegelübde zu Papier zu bringen. Schreibe deine Gedanken im ersten Schritt einfach auf, ohne sie zu bewerten.
- Erst in den nächsten Schritten baust du deine Struktur und die klaren Formulierungen.
- Wenn du versuchst, sofort detailliert zu formulieren, kann das zu Stress führen und wichtige Gedanken können verloren gehen.
4. Persönlich formulieren
- Etwas cheesy, aber das ist der Erfolgsgarant: Schreibe aus deinem Herzen und deinem Bauch heraus. Schalte den Kopf im ersten Step aus. Wenn du zu viel drüber nachdenkst, was du schreiben möchtest, kommst du oft in ein Gedankenkarussel, aus dem du schwer wieder aussteigen kannst.
- Du sprichst mit deinem Gegenüber, deinem Menschen, deinem zukünftigen Ehemann bzw. deiner zukünftigen Ehefrau. Schreibe also unbedingt in Du-Form und vermeide „man“-Sätze.
- Nutze deine eigenen Worte und keine KI-generierten Floskeln. Sprich in „eurer Sprache“ und nicht in Formulierungen, die gar nicht zu euch passen. Denn das wirkt oft gekünstelt und glaube mir: Du wirst es beim Vortragen viel mehr fühlen, wenn du auf deine Art und Weise sprichst. Und alle anderen auch.
- Kurz gesagt: Schreibe am besten so, wie du sprichst.
- Sei in deiner Rede ehrlich und nicht perfekt. Niemand erwartet einen perfekten Text von Braut und Bräutigam. Es geht viel mehr darum, dass ihr authentisch eure Gefühle zum Ausdruck bringt.
5. Für alle verständlich bleiben
- Ordne deine Gedanken und bringe einen roten Faden in deine Rede. Dabei können dir thematische Abschnitte helfen, denen du deine Gedanken zuordnen kannst. Gib ihnen Überschriften (nur für dich), damit es im Nachgang leichter fällt, weitere Punkte hinzuzufügen.
- Formuliere klar: Nutze lieber kurze und prägnante als verschachtelte Sätze. Oft verlierst du die Zuhörer/innen, wenn die Sätze zu lang sind.
- Tipp 1 bei langen Sätzen: Setze häufiger einen Punkt und kein Komma.
- Tipp 2 bei langen Sätzen: Streiche alle Füllwörter, die du nicht unbedingt für den Satz brauchst.
- Insider sind in deiner Rede erlaubt. Sie können für Persönlichkeit und Humor sorgen. Achte jedoch darauf, dass sie für alle verständlich sind oder von euch in einem kurzen Satz aufgeklärt werden.
Don’ts beim Schreiben vom Ehegelübde
Auch bei den Don’ts gilt: An sich darfst du alles in deine Rede integrieren, was du möchtest. Aber ggf. verzichtest du auf ein paar Punkte, die ich dir im Folgenden vorstelle.
1. Ehegelübde mit KI schreiben
- Ja, du kannst KI nutzen. Aber im besten Fall nur dafür, um dich generell über Dinge wie den Aufbau, die Länge oder einen gelungenen Einstieg zu informieren. Und natürlich darfst du dir auf diesem Wege auch kreative Anregungen holen, wenn du eine Schreibblockade hast.
- Tipp: Wenn du meine Blogbeiträge liest, brauchst du keine KI.
- Nein, du solltest KI nicht dafür einsetzen, deine komplette Rede schreiben zu lassen. Glaube mir: Das wird sich am Ende nicht gut anfühlen und keine KI der Welt kann deine echten Gefühle ausdrücken.
- Nein, wirklich nicht.
2. Zu lang werden
- 2-5 Minuten sind eine ideale Länge für dein Ehegelübde.
- Wenn dein Versprechen zu lang wird, geht oft der Fokus und auch die Konzentration der Gäste verloren.
3. Zu viele Stilmittel nutzen
- Es gibt eine Menge wunderbarer Stilmittel, die du in deinem Ehegelübde einbauen kannst. Gerade zum Start oder Ende können sie einen echten Mehrwert bieten. Worauf es dabei ankommt: Wähle sie bewusst und mit Bedacht:
- Zitate dürfen die eigenen Worte nicht ersetzen. Sie sind ein geeigneter Opener für deine Rede. Dabei solltest du auf einen smoothen Übergang zum Rest deines Versprechens achten. Tipps gibt es hier.
- Metaphern bieten sich an, wenn du eure Liebe beschreibst oder darüber sprichst, was dein Mensch für dich bedeutet. Eine zu bildhafte Sprache lenkt allerdings von der eigentlichen Botschaft ab.
- Humor ist in deinem Gelübde natürlich erlaubt. Zu viel Witz kann die Rede allerdings schnell ins Lächerliche ziehen.
4. Konflikte austragen und vergleichen
- Du kannst in deinem Gelübde gemeinsame Krisen einbauen, die ihr bewältigt habt und die euch stärker gemacht haben.
- In deiner Rede solltest du aber keine ungeklärten Konflikte nennen – klärt das im besten Fall einfach vor der Eheschließung.
- Auf was du noch verzichten solltest: Auch Vergleiche mit Partner:innen aus der Vergangenheit sind ein No Go.
5. Aufzählen statt erzählen
- Rattere in deinem Ehegelübde nicht einfach herunter, was du an deinem Partner / deiner Partnerin liebst oder wofür du dankbar bist. Aufzählungen können Teil deiner Rede und an bestimmten Stellen ein schönes Stilmittel sein. Aber wenn du dich auf Auflistungen beschränkst, kann die Rede sehr mechanisch und unpersönlich wirken.
- Packe die Dinge, die dein Gegenüber in dir auslöst oder wie sich eure Liebe für dich anfühlt lieber in kleine Geschichten, die alle mitnehmen – vor allem deinen Menschen.
- Denn am Ende erzählst du von eurer persönlichen Liebesgeschichte. Und diese lässt sich in den meisten Fällen nicht durch Listen beschreiben.
Jetzt kennst du einen Großteil der Dos & Don’ts beim Ehegelübde schreiben. In den nächsten Beiträgen erfährst du, welche Dos & Don’ts du beim Vortragen deiner Rede beachten, welche Themen du in dein Versprechen einbauen und wie du dein Gelübde ganz rund abschließen kannst.